Dr. Eckart Altenmüller - Musik und das Gehirn: Wie Neurowissenschaften deine musikalische Leistung verbessern können

Was passiert eigentlich in deinem Gehirn, wenn du Musik machst? Mehr, als du vielleicht denkst! In der neuesten Folge von Penthesilea On Air hatte ich das Vergnügen, mit Dr. Eckart Altenmüller zu sprechen. Er ist Neurologe, Musiker und forscht seit Jahrzehnten zur Wirkung von Musik auf das Gehirn. Seine Erkenntnisse können die Art und Weise, wie wir üben, auftreten und Musik erleben, nachhaltig verändern.

Das Gehirn unter Druck

Viele Musikerinnen und Musiker kämpfen mit Auftrittsangst, insbesondere bei Probespielen. Dr. Altenmüller erklärt, dass starker Stress die "Fight-or-Flight"-Reaktion des Gehirns aktiviert. Dadurch wird es schwieriger, kreativ und fließend zu spielen. Sein Rat: Statt dich auf eine fehlerfreie Performance zu fixieren, richte deine Aufmerksamkeit auf die Musik selbst. Dieser Perspektivwechsel hilft, den Leistungsdruck zu verringern und fördert ein ausdrucksstärkeres Spiel.

Die Kraft der Neuroplastizität

Ein besonders spannender Aspekt von Dr. Altenmüllers Forschung ist die Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern und anzupassen. Regelmäßiges, achtsames Üben stärkt die neuronalen Verbindungen, die für musikalische Fertigkeiten verantwortlich sind. Zu viel Stress und Erschöpfung hingegen können diesen Prozess beeinträchtigen. Deshalb sind Pausen, ausreichend Schlaf und mentale Visualisierung genauso wichtig wie die Zeit am Instrument.

Praktische Tipps für Musikerinnen und Musiker

Wie lassen sich neurowissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umsetzen? Hier sind einige zentrale Ansätze:

Mental vorbereiten – Das Vorstellen eines Auftritts kann genauso effektiv sein wie physisches Üben.

Gezielt statt exzessiv üben – Zu viel Fokus kann kontraproduktiv sein. Kombiniere strukturiertes Üben mit Entspannung.

Angst bewältigen – Techniken wie tiefe Atmung, Yoga oder progressive Muskelentspannung helfen, Stress zu regulieren.

Körper und Geist respektieren– Viele Musikerinnen und Musiker gehen an ihre Grenzen, doch nachhaltiger Fortschritt entsteht, wenn das Gehirn Zeit hat, neue Fähigkeiten zu verarbeiten

Perfektionismus neu denken

Ein weiteres wichtiges Thema im Gespräch: Perfektionismus kann mehr schaden als nützen. Zwar ist der Anspruch an Exzellenz wichtig, doch starre Erwartungen können die kreative Freiheit blockieren. Dr. Altenmüller ermutigt dazu, den Fokus auf die Freude am Musizieren zu legen, anstatt sich an Fehlern festzuhalten.

Wenn du dein Üben optimieren, deine Konzentration stärken und Auftrittsdruck besser bewältigen möchtest, bietet diese Episode wertvolle Einblicke.

🎧 Die komplette Folge kannst du hier anhören:

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